KI verstehen und nutzen

In Waidhofen an der Ybbs habe ich vor kurzem eine Keynote für Europamöbel gehalten. Mein Ziel war es nicht, theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern KI greifbar und direkt anwendbar zu machen. Denn KI ist kein abstraktes Zukunftsthema, sondern ein Werkzeug, das uns heute schon hilft, effizienter, kreativer und kundenorientierter zu arbeiten.

Ich habe die Keynote interaktiv gestaltet – nicht als klassischen Vortrag, sondern als Live-Demo. Das Publikum konnte direkt mitmachen, Fragen stellen und selbst ausprobieren, wie KI funktioniert. Denn KI lernt man am besten, indem man sie selbst nutzt. Am Ende habe ich dann noch gezeigt, wie ich das Transkript meiner Keynote live erstellt, zusammengefasst und direkt an die Teilnehmenden verschickt habe – ein Workflow, den jeder sofort nachmachen kann.

Was ich vermitteln wollte: KI ist ein Dialog

Viele denken bei KI an komplexe Algorithmen oder Science-Fiction. Dabei ist der Einstieg oft viel einfacher. Ich habe mit einem Beispiel begonnen, das jeder versteht: der Aufsatz meines 11-jährigen Sohnes. Wenn er der KI einfach sagt: "Schreib mir einen Aufsatz über mein Wochenende", liefert sie einen Text, der zu perfekt ist – weil sie auf ihr gesamtes Weltwissen zurückgreift. Doch das ist nicht das, was wir wollen. Wir brauchen etwas Authentisches, Individuelles.

Der Trick liegt darin, der KI den richtigen Kontext zu geben. Statt "Schreib einen Aufsatz" wird daraus: "Ich bin Schüler in der 1. Klasse Gymnasium und muss einen Aufsatz über mein Wochenende schreiben. Bitte baue drei Rechtschreibfehler ein und erwähne, dass ich Rad gefahren bin und Pizza gegessen habe." Plötzlich passt das Ergebnis. Genau das ist der Schlüssel für den Möbelhandel: Wenn wir der KI sagen, wer wir sind und was wir brauchen, liefert sie uns maßgeschneiderte Inhalte – sei es für Produktbeschreibungen, Social-Media-Posts oder Kundenpräsentationen.

Und das Beste: Wir müssen nicht mehr in kryptischen Prompts denken. Feedback in natürlicher Sprache reicht."Kannst du die Pizza in eine Margherita ändern und aus dem Radfahren Mountainbiken auf der GIS in Linz machen?" – schon passt der Text. Die Hürde, mit KI zu arbeiten, wird immer niedriger. Es fühlt sich an wie ein Gespräch mit einem Kollegen, der uns versteht und umsetzt, was wir brauchen.

Infos zum Mitnehmen

In meiner Keynote ging es nicht um abstrakte Konzepte, sondern um konkrete Anwendungen. Ein zentraler Punkt: KI-Tools sind Werkzeuge, keine Wundermaschinen. Es gibt nicht die eine KI, sondern viele spezialisierte Tools – und wir müssen lernen, sie gezielt einzusetzen.

Ich habe gezeigt, wie man Texte und Bilder von einer Website herunterlädt und die KI dann automatisch Präsentationen oder Infografiken erstellen lässt. Das ist kein Zukunftsszenario, sondern heute schon möglich. Tools wie Le Chat (DSGVO-konform) oder Flux (EU-basiert) ermöglichen es, KI so zu nutzen, dass sie uns Zeit spart und kreative Prozesse unterstützt.

Doch KI kann auch Fallstricke haben. KI-generierte Bilder unterliegen keinem Urheberrecht, und bei Porträts kann es zu Problemen mit dem Recht am eigenen Bild kommen. Die Lösung? AI Fusion Photography: Echte Fotos mit KI-Hintergründen kombinieren. So bleibt man rechtlich auf der sicheren Seite und behält die kreative Kontrolle.

Der Workflow: Vom Transkript zur Zusammenfassung

Am Ende meiner Keynote habe ich etwas gemacht, das besonders gut ankam: Ich habe das Transkript meiner Präsentation live erstellt und direkt an die Teilnehmenden verschickt.

Der Prozess ist einfacher, als man denkt. Mit dem Smartphone nehme ich den Vortrag auf. Danach lasse ich die Audiodatei lokal bei mir am Rechner mittels MacWhisper transkribieren. Innerhalb von Sekunden liegt das vollständige Transkript vor. Dann lasse ich Le Chat eine Zusammenfassung erstellen – mit Fokus auf die wichtigsten Praxisbeispiele. Ein einfacher Prompt reicht:

"Fasse dieses Transkript zusammen. Hebe die wichtigsten Anwendungsbeispiele für Möbelhändler hervor."

Das Ergebnis? Eine prägnante, lesefreundliche Version der Keynote, die die Teilnehmenden direkt nutzen können. Fertig.